"Schifoan" im Dachsteingebiet vom 28.01.2010 bis 01.02.2010

Jeder kennt ja das Lied aus der Mundorgel, das da heißt: "Zehn kleine Negerlein..."

So war es dieses Jahr mit der Planung von unserem ehemaligen RK Stefan Pless. Unsere Sozialpädagogen hatten etwas interne schulische Probleme, die zu einer Absage ihrerseits führte. Schade!

Der harte Kern, bestehend aus sechs Männern, ließ es sich aber nicht nehmen am Donnerstag die Fahrt auf teilweise verschneiten Autobahnen Richtung Steiermark aufzunehmen. Das Wetter vor Ort lud uns aber nicht zum Schifahren ein. Die 33.- Euro für eine mögliche Dreistundenkarte wurden teilweise anders angelegt. Wir versuchten uns gleich im Apres Ski in einer Schirmbar an der Talstation Planai/Hochwurzen. Da wir ja bereits das vierte Mal in diesem Gebiet unterwegs sind, fühlt man sich schon fast heimisch.

Nach dem Flüssigkeitsausgleich suchten wir unser Quartier, den Blasbichlerhof in Ramsau, auf.

Nach einer kurzen Orientierungsphase im Schneetreiben fanden wir es auch. 46 schibegeisterte Schüler aus Belgien hatten auch Unterkunft im Haupthaus gefunden. Es war also ein reges Treiben im Hause festzustellen.

Im separaten Essensraum fanden wir die nötige Ruhe nach der anstrengenden Fahrt. Fam. Knaus, in Form von Monika (der Chefin), servierte uns dann das üppige Abendessen mit Vorsuppe, Hauptspeise und Nachtisch. Auch das Frühstück am nächsten Morgen ließ keine Wünsche offen. Die Verpflegung war insgesamt einfach "SPITZE". Es konnte jeder von uns wirklich satt werden. Das ist ja eigentlich bei Ruderern nicht so einfach.

Die gute Verpflegung war aber kein Wunder. Im Speiseraum befanden sich sehr viele Beweise für zufriedene Spitzensportler (internationale Namen aus Langlauf- Biathlon- und Kombiniererszene). Sie alle haben hier übernachtet und sich mit Bildern verewigt.

Am nächsten Morgen war dann auch unser erster Schitag, der auf der Planai und dem Hochwurzen verbracht wurde. Vorhandene Konditionsunterschiede wurden in der Gruppe ausgeglichen.

Das Wetter war in den fünf Tagen, bis auf den letzten Tag, als eher "durchwachsen" anzusehen. Morgens war es immer bedeckt. Aber ab Samstag stellte sich mittags schon eine Wetterbesserung ein. Die Sonne schaffte teilweise den Durchbruch. An zwei Tagen war sogar eine Mittagspause auf der Terrasse möglich!

Der Abschluss am Freitag war in Europas größter Apres Ski Hütte "Tenne" von Schladming angesagt. Hier trafen wir den Ruderkameraden Jörg Kessler, der mit dem ehemaligen Mitglied Steffen zur Linde und weiteren Mitstreitern schon die ganze Woche im Schigebiet weilte. Ein paar kleinere und größere Getränke brachten den dehydrierten Körper wieder ins Gleichgewicht. Aber um 19:00 Uhr mussten wir schon wieder auf unserer Alm in Ramsau zum Abendbrot sein. Das war nach einem kurzen Verfahrer nicht ganz zu schaffen.

Der Abend klang danach beim Spielen am Kicker und an der WII-Station (für die. die so etwas nicht kennen: Spielkonsole für Fernseher) im Keller aus. Das Bowling-Spiel wurde bis zum Exzess betrieben. Da lagen die Nerven teilweise blank. Aber ein "Turkey" (drei Strikes/Abräumer in Folge) von Frank war immer noch drin.

Am nächsten Tag standen die Schigebiete Hochwurzen und Reiteralm auf dem Programm. Achim hatte sich hier schon einen schifreien Tag gegönnt. Das war aber gar nicht so schlecht, da er den Weg zu Fuß zur Halseralm tagsüber erkunden konnte. Diese Alm gehört zum Haus und wird im Winter von zwei Bauern bewirtschaftet. Hier wollten wir am Abend unser Abendessen einnehmen. Der fast einstündige Fußmarsch hat viel Spaß bereit. Auf der Alm, die ohne elektrischen Strom und einer Wasserleitung auskommt, gab es dann ein zünftiges Abendbrot. Es bestand aus Eier mit Speck als Vorspeise und flambiertem Kaiserschmarrn als Hauptgericht. Und das alles wieder bis zum Abwinken. In der Nachbarstube hatten sich noch Gäste eingefunden, die den "beschwerlichen Weg" mit Pferdeschlitten bewältigten. "Das würde für uns ja nie in Frage kommen!" ;-)

Zu später Stunde, mit vollem Magen und bei Vollmond, wurde dann der Rückweg angetreten. Mit einem Absacker kam es dann zur nötigen Bettschwere.

Am letzten Tag suchten wir ein für uns noch nicht bekanntes Schigebiet auf, die Fageralm. Ein ideales Gebiet für Anfänger und Wiedereinsteiger. Die Sonne an diesem Tag führte zu einer gewissen Trägheit in der Mannschaft. Die Mittagspause fiel etwas länger aus als sonst üblich. Gerhard und Walter konnten die Massenträgheit überwinden und versuchten sich im Tiefschnee abseits der Pisten. Keine Angst, es waren keine Steilhänge mit Lawinengefahr. "Stellenweise" funktionierte die Technik sogar. Ab 16:00 Uhr war dann wieder Apres Ski an der Talstation angesagt. Beim Nageln und beim "Haxenspreitzer" (Schnaps) wurde viel gelacht. Gut, die mitgefahrenen Beamten haben bei dem Spiel nicht so gut abgeschnitten. Aber nächstes Jahr wird alles besser.

Es war wieder eine gelungene Veranstaltung, bei der viel gelacht wurde. Am Dienstag nach dem Frühstück sollte die Heimfahrt angetreten werden. Beim starken Schneetreiben musste aber erst einmal die Straße geräumt sein. Unser Vermieter machte das mit seinem Traktor sehr professionell.

Nach acht Stunden Heimfahrt war es vollbracht. Noch ein dickes Dankeschön an Frank und Achim, die uns sicher durch die verschneite Landschaft kutschiert haben.

(Autor: Walter Weber)