Der 23. Roseninsel-Achter am 22. September 2007
Deutschlands größte Ruderregatta für Achter

"An den Start gehen voraussichtlich rund 50 Teams mit über 400 Ruderern aus acht Ländern", so lautete eine Presseveröffentlichung des Veranstalters (Münchner Ruder - und Segelverein "Bayern" von 1910 e.V.).

Letztendlich waren es dann 59 Boote, die in die Wertung kamen.

Und die 27'er waren erstmalig dabei. Für Edzart Gocke war die Teilnahme nach eigenem Bekunden ein Wunschtraum, der nun nach einigen Anläufen auch in die Tat umgesetzt werden konnte.

Bis zuletzt stand dieses Unternehmen auf der Kippe, da ihm schon früh klar wurde, dass die "Personaldecke" für die neun Positionen recht dünn war. Bei einer unserer "Starsteuerfrauen", Rosemarie wir wollen Dich nicht vergessen, der Neitah Risse, war der geplante Urlaub, bedingt durch hohe Krankheitsrate, noch bis eine Woche vor der Regatta stark gefährdet. Es klappte aber doch und das war auch gut so! Dann, in der letzten Woche erreichte Edzart noch eine Hiobsbotschaft. Aron Grimm wurde krank und mit einer rechtzeitigen Genesung war nicht zu rechnen.

Und jetzt bekam ich (Walter Weber) noch eine Chance. Das zeigt, dass die Veranstaltung wirklich wieder kurz vor dem Scheitern stand. Da ich aber schon im Vorfeld meine Bereitschaft zum Steuern bekundet hatte, fiel es mir auch nicht schwer einen "Ruderplatz" in der Mannschaft zu besetzen. Mein Herz-Kreislaufsystem, bedingt durch Marathonvorbereitung und die Bezwingung der Watzmann-Ostwand, stufte ich als leistungsfähig ein.

Das Problem bei der Sache war nur, mein Körper war es nicht mehr gewöhnt eine Sauerstoffschuld über einen längeren Zeitraum einzugehen. Und bei 12 Kilometern ist man schon mal länger als 30 Minuten unterwegs.

Unser Konditionswunder Stephan Pless, der während des Trainings auch schon einmal im Achter mitrudern durfte, konnte meine Bedenken ausräumen.

Am Freitag, es gab drei verschiedene Fahrgemeinschaften, trafen wir uns dann endlich gg. 22.00 Uhr in einer Pizzeria am Starnberger See.

Wir, das waren Steuerfrau Neitah Risse, Alexander Idelberger, Sven Wasmuth, Edzart Gocke, Jörg Rüberstahl (die Intelligenz im Boot auf Platz 8-5) und Helge Schlüter, Walter Weber, Niklas Gredner und Frank Barnack (der Maschinenraum auf den Plätzen 4-1).

Wir starteten im Gigboot in der Altersklasse bis 42 Jahre.

Startzeit war dann, bei herrlichstem Wetter, am Samstag um 11:00 Uhr. Die Regatta wurde in drei Startgruppen gestartet. Das Interessante dabei war der Massenstart. Da kann man sich ja vorstellen, dass das Ausrichten der 20 Boote nicht ganz so einfach ist.

Und dann hieß es, "Achtung...los!"

Unsere Taktik lautete, "Nach dem Start auf einen 26'er Streckenschlag gehen, Länge, Körperspannung halten, an den Wendebojen ein weiten Bogen fahren, das Boot nicht zur Wende abstoppen."

Dies wurde uns dann auch, neben anderen Durchhalteparolen, regelmäßig von Neitah durch die Lautsprecher im Boot so kundgetan.

Am Wendepunkt hatten wir uns an der dritten Position festgebissen. Vor uns waren schon die Favoriten aus Südhessen (1. Rgm. FRG Nied/RC NassoviaHöchst/Limburger CfW/RC Neptun Darmstadt und 2. Frankfurter Rudergesellschaft Germania 1869 e.V.).

Unsere Konzentration richtet sich aber auf die Kameraden vom Akademischen RV zu Leipzig. Es war unschwer zu erkennen, die wollen uns packen. Einige Zwischenspurts ihrerseits konnten aber erfolgreich abgewehrt werden.

Und so ging es dann nach der Wende mit leichtem Rückenwind in Richtung Ziel, dass wir dann auch völlig erschöpft nach 46:09 Minuten, als drittes Boot passierten.

Mit dieser Zeit waren alle hoch zufrieden, da nach dem Training und der unerwarteten Umbesetzung mit einer solchen Zeit nicht unbedingt zu rechnen war.

Ich könnte ja jetzt behaupten, dass diese Fabelzeit durch meinen Einsatz zustande kam. Hier sind wir dann aber im stark spekulativen Bereich.

Ruderisches Ergebnis:

Platz 13 von 59 Boote (Gig und Rennbooten)

Unsere Gruppe gewonnen, da nur eine Meldung

Drittschnellste Zeit bei den Gigbooten
(schnellste Zeit 44:14 Minuten bei den Gigbooten
und 42:07 Minuten bei den Rennbooten)

Das anschließende Rahmenprogramm war dann auch nicht von schlechten Eltern.

Die Siegerehrung wurde von einer Blaskappelle begleitet. Weiterhin müssen wir das tolle Wetter, die gute Organisation durch den Veranstalter, das Wies'n Bier, die Band am Abend "MEN UNDER COVER", das wunderschöne Ambiente, das hervorragende Kuchenbuffet und und......noch erwähnen.

Am Sonntag war dann noch "Alkoholverdunstungsrudern" angesagt. Mit einer Schlagzahl unter 26 Schlägen haben wir dann noch einmal ein wenig Sauerstoff in den Starnberger See gebracht. Die Roseninsel wurde nun wirklich umrundet.

FAZIT:

Einfach toll!

Eine Stunde auf dem Wasser, 12 Stunden Wies'n Bier trinken, das Tanzbein schwingen, kann auch ganz schön anstrengend sein.

Die Veranstaltung schreit nach Wiederholung.

(Autor: Walter Weber / Bilder: Jörg Rübenstahl, Walter Weber und alle, die auch mal knipsen durften/mussten)