Das Dauerrudern hat sich unter den Kasseler Ruderern zu einer liebgewordenen Tradition entwickelt. Veranstaltet wird dieser schöne Termin zum Saisonabschluss vom Kasseler Regattaverein, der ja auch das Anrudern zum Start in die neue Saison ausrichtet.
In jedem Jahr finden neue Mitglieder den Weg in einen der Kasseler Rudervereine und kennen diese nette Veranstaltung noch nicht. Der Name ist ein wenig abschreckend, denn es geht natürlich nicht darum den gesamten Tag rudernd im Boot zu verbringen und sich abends seine wunden Hände und kalten Füße zu pflegen! Es werden keine Zeiten gestoppt und jeder fährt so viel, wie er/sie möchte und kann!
Das Dauerrudern ist eine Veranstaltung für jeden, der aufrecht im Boot sitzen kann und überanstrengt niemanden, der auch sonst im Kasseler Ruderrevier zwischen Schleuse und neuer Mühle unterwegs ist.
In einem der Bootshäuser (in den letzten Jahren war das bei der Rudergesellschaft Kassel 1927 e.V.) sitzt ein Abgesandter des KRV und verwaltet den Ablauf des Dauerruderns.
Im Regattabüro holt sich jeder Ruderer seine Startkarte ab. Auf der Karte trägt man seinen Namen und seinen Verein ein und dann geht es los! Da man während des Tages seine Mannschaft auch wechseln kann, fährt jeder Ruderer mit einer eigenen Startkarte. Die Startkarte ist beim Rudern mitzunehmen, da sie an den Wendepunkten abgestempelt wird!
An diesem Punkt hat man völlige Freiheit: man kann Einer, Zweier, Vierer, Achter, Dreier, mit oder ohne Steuermann, je nach Lust, Laune und Leuten, alles fahren was man möchte und darf.
Gerudert wird, wie schon oben geschrieben, auf der Fulda zwischen der Schleuse in der Stadtmitte und der neuen Mühle. Das sind etwa 10 Kilometer Ruderstrecke (inkl. Rückweg). Für einen gültigen Durchgang beim Dauerrudern ist die gesamte Strecke einmal abzufahren. Damit man später beweisen kann, dass man das auch getan hat, gibt es an den beiden Wendepunkten jeweils einen Wenderichter, der auf der Stempelkarte einen Stempel einträgt. Man fährt dort hin (wobei es egal ist auf welcher Seite man anfängt), übergibt die Startkarten der Mitfahrer, bekommt jeweils einen Stempel eingetragen und dann die Startkarten zurück. Anschließend fährt man dann zum anderen Wendepunkt und holt sich den zweiten Stempeleintrag ab. Nach der Rückkehr zum Bootssteg hat man die Strecke einmal abgefahren und damit die Mindestanforderungen des Dauerruderns erfüllt.
Diesen Vorgang kann man dann wiederholen. Es ist egal, ob man das mit derselben Mannschaft, mit einer anderen Mannschaft, allein oder in einem anderen Boot macht. Es ist auch egal, ob man die weiteren Fahrten sofort anschließend macht und erst gar nicht anlegt, oder ob man erst eine ausgiebige Pause macht und sich dann wieder in ein Boot setzt. Es ist auch egal wie lange man dafür braucht, denn Zeiten werden nicht gestoppt!
Wichtig ist nur, dass man die Strecke vollständig abfährt, sich die Stempel abholt und die Startkarte hinterher wieder einigermaßen trocken und lesbar im Regattabüro abgeben kann.
Gerudert wird für Ruhm und Ehre für sich selbst, für den eigenen Verein ... und für Medaillen! Hat man die Strecke einmal durchfahren (10 km), dann hat man sich eine Bronzemedaille verdient. Bei zweimaligem Abfahren (20 km) hat man eine Silbermedaille, bei dreimaligem Abfahren (30 km) eine Goldmedaille.
Die geruderten Kilometer werden für jeden Verein getrennt erfasst.
Für dieses Jahr liegen noch keine Angaben des KRV vor. In den letzten Jahren lag das Startgeld bei 2,50 Euro ohne Medaille und 5 Euro mit Medaille. Manche Ruderer haben schon so viele Medaillen, dass sie hier nur um der Ehre und des Spaßes willen teilnehmen. Für andere ist es die erste Medaille ihres Lebens.
Das Dauerrudern ist also wirklich eine Veranstaltung für jeden, der aufrecht im Boot sitzen kann! Es ist nicht anstrengender als das übliche Training, aber man kann es sich selbst anstengend machen, wenn man mehr als Bronze erreichen möchte! Vor allem kann sich hier jeder, der sonst nicht an Regatten teilnimmt, beweisen und auch mal das olympische Gefühl einer Medaille genießen. Hier ist jeder ein Sieger!
Hoffen wir auf gutes Wetter und macht mit, es macht eine Menge Spaß!
Ich werde wieder dabei sein, Du auch?
(Autor: Erik Berweger)